30. August 2010 von andre
Der Bundesverband Deutscher Detektive e.V. (BDD) moniert die Vorgehensweise bei den Beschäftigtendatenschutzbestimmungen. Kritisiert wird in erster Linie, dass die zuständigen Verbände, anders als in Paragraf 47 der Gemeinsamen Geschäftsordnung der Bundesministerien vereinbart, nicht über die Änderungen informiert oder in die Planung einbezogen wurden. Ursprünglich sollte vorige Woche ein Entwurf von Ende Juli verabschiedet werden. Stattdessen segnete das Kabinett einen Referentenentwurf vom 11. August ab, der sich deutlich von den bisherigen Plänen unterscheidet. Für den BDD ist das inakzeptabel.
„Die nun vorgesehenen Änderungen schaffen nicht die auch von uns gewünschte Rechtsklarheit. Sie schränken insbesondere im Bereich der verdeckten Videoüberwachungen die Möglichkeiten der Wirtschaft, wirksam gegen kriminelle Handlungen von Mitarbeitern vorzugehen, gravierend ein“, erklärt der Bundesverband Deutscher Detektive in einer Pressemitteilung. Der BDD setze sich schon lange für den Schutz der Mitarbeiterrechte ein und warne seit jeher vor illegalen Überwachungsmethoden durch „unqualifizierte und unseriös arbeitende Detekteien“. Dass die Möglichkeiten der Mitarbeiterüberwachung jetzt aber dermaßen geschmälert werden, sei nicht nachvollziehbar.
Laut BDD sind einige der Änderungen verfassungsrechtlich bedenklich, weil sie die „unternehmerische Verpflichtung zum Schutz des Betriebes und auch der Mitarbeiter vor wirtschaftskriminellen Handlungen unverhältnismäßig einschränken“. Dabei weist der Bundesverband Deutscher Detektive auf den hohen Schaden hin, der alleine auf Mitarbeiterkriminalität zurückzuführen sei und fordert: „Der Abbau der bisherigen Möglichkeiten zu deren wirksamen Bekämpfung sollte sorgsam gegenüber dem berechtigen Schutz der Mitarbeiterrechte abgewogen werden“.
Veröffentlicht in News | Kein Kommentar »
16. August 2010 von andre
Da lädt der TV-Sender Sat.1 mit „Wo ist Sven?“ zum großen Detektivspiel und wird selbst zum Ziel von Internetkriminellen. Angekündigt als „TV-Experiment des Jahres“ musste die von Johannes B. Kerner moderierte Sendung gleich zu Beginn einen herben Dämpfer einstecken. Die extra für die Sendung eingerichtete Seite war gehackt worden und für die Zuschauer 22 Stunden lang nicht erreichbar. Und ohne die Hinweise, die online zur Verfügung gestellt werden, macht die moderne Schnitzeljagd keinen Sinn.
Ziel ist es, Sven zu finden. Der Reporter reist quer durch Deutschland und versucht dabei, so lange wie möglich, unerkannt zu bleiben. Erschwert wird sein Vorhaben durch Überwachungskameras, Handyortung und den Einsatz der Kreditkarte. Die Zuschauer schlüpfen dabei in die Rolle des Detektivs und müssen die Puzzle-Teile richtig zusammensetzen. Dabei hilft ihnen auch der Blog, in dem Sven über seine Reise berichtet. Solange man allerdings keinen Zugriff auf die Daten hat, lässt sich nur schwer ermitteln. Ob die Hobbydetektive dadurch im Nachteil sind, wird sich zeigen.
Sicher ist nur, dass die erhofften Zuschauerzahlen nicht erreicht wurden und „Wo ist Sven?“ lediglich mit mäßigem Erfolg angelaufen ist. An einem zu großen Besucheransturm kann es also nicht gelegen haben, dass die Seite zusammengebrochen ist. Es handelte sich laut Pressemitteilung um einen konzentrierten Angriff von Hackern, der den Server lahm gelegt hat. Mit ähnlichen Attacken hatten auch schon Google und Microsoft zu kämpfen. In diesem Fall werden allerdings keine Laien als Ermittler eingesetzt, sondern kümmern sich die Polizei und die Rechtsabteilung von Sat.1 darum, die Täter dingfest zu machen.
Veröffentlicht in Internet | Kein Kommentar »
Mallorca, Ibiza – dort, wo andere Urlaub machen und Spaß haben, steht für Detektive die Arbeit im Mittelpunkt. Privatermittler erhalten immer öfter den Auftrag, Ehemänner und -frauen oder den Nachwuchs zu überwachen, wenn sie sich alleine auf den Weg Richtung Süden machen. Insbesondere bei Kegeltouren oder einem reinen Frauenurlaub steht häufig der Verdacht im Raum, dass mehr passiert als nur Sonne tanken und Sangria trinken. Ganz unberechtigt sind die Zweifel nicht. In 70 Prozent der Fälle bestätigt die Observation die böse Vorahnung.
Die Ermittlungsarbeit unterscheidet sich auf den Urlaubsinseln nicht von der in Deutschland. Fotoapparat und Videokamera gehören zur Grundausstattung, hinzu kommen ein Foto der Zielperson, der Anreisetermin und der Name des Hotels. Je nach Auftrag observieren die Detektive die Person mehrere Tage lang und halten alles im Bild fest. Sollte sich der Verdacht bestätigen, dass der Mann oder die Frau fremdgeht, wird versucht, die Identität des Liebhabers bzw. der Liebhaberin festzustellen. Nicht selten reist das Liebespaar zusammen an und gibt es das Hotel, das dem Ehepartner genannt wurde, gar nicht. Dabei spielt das Alter kaum eine Rolle. Selbst 80-jährige Kegelbrüder wurden schon dabei überführt, wie sie abends in Bars mit den Damen flirteten.
Dass auch Kinder observiert werden, die mit den Freunden in den Urlaub fahren, ist relativ neu. Die Eltern wollen ganz einfach wissen, was der Nachwuchs so treibt. Die Detektive arbeiten auch in dem Fall mit versteckten Kameras, um nicht entdeckt zu werden, und präsentieren anschließend die Ergebnisse. Die entsprechen nicht immer dem, was Vater und Mutter erwartet hatten, und reichen von ausschweifenden Alkoholexzessen bis hin zum Besuch einer Prostituierten. Das böse Erwachen kommt dann nach dem Urlaub, wenn die Eltern die Fotos auf den Tisch legen.
Veröffentlicht in Alltag | Kein Kommentar »
In den USA wurden kürzlich mehrere Männer und Frauen als russische Spione enttarnt. Sie waren zum Teil bereits seit den 90er Jahren in den Vereinigten Staaten und lebten dort ganz unauffällig als Hausfrau oder Büroangestellter. Ob sie relevante Daten nach Russland übermitteln konnten oder ob ihnen vor der Festnahme ausschließlich Fehlinformationen mitgeteilt wurden, darüber schweigen sich die US-amerikanischen Gemeindienste wohlweislich aus. Ein wenig erinnert dieser Fall an den Kalten Krieg und daran, dass Spionage – insbesondere Wirtschaftsspionage – nach wie vor ein Thema ist.
Damit auch angehende Berufsdetektive in Österreich einen Einblick in die Arbeitsweise von Spionen und der von ihnen genutzten Überwachungstechnik erhalten, gehören diese Aspekte zum Ausbildungsplan. Im Rahmen des Technik-Moduls, das sich in diesem Jahr mit dem Kalten Krieg anno 2010 befasst – aktueller hätte man das Motto nicht wählen können -, geht es einerseits um Wanzen und Abhörschutz allgemein, andererseits um die verschiedenen Systeme zur Fahrzeugortung. Ergänzend dazu werden neue Entwicklungen im Bereich Fotografie, Videoüberwachung und Fernmeldetechnik vorgestellt.
Dass gerade der Bereich Fernmeldetechnik, ob nun Telefon, Mobilfunk oder das Internet, immer wichtiger wird, zeigt der Spionagering in den USA. Laut Anklageschrift haben die Verdächtigen per WLAN-Verstärker Kontakt zu russischen Regierungsvertretern aufgenommen und mit ihnen kommuniziert. Diesen Datenverkehr bei der privaten Spionage zu unterbinden, ist eine der Aufgaben von Privatermittlern. Da der Kampf gegen Wirtschaftsspionage in Österreich den Berufsdetektiven vorbehalten ist, lohnt sich eine Anmeldung zum Technik-Modul. Es beginnt 27. Juli 2010 am Hauptsitz des Europäischen Detektiv-Verbandes (www.eurodet.at) in Wien.
Veröffentlicht in Spionage, Technik | Kein Kommentar »
Öffentlichkeitsarbeit besteht bei Detekteien in der Regel und wenn überhaupt aus Pressemitteilungen über erfolgreich abgeschlossene Aufträge oder das Spektrum an Dienstleistungen, die angeboten werden. Eine Zielgruppe erreicht man damit ganz sicher nicht: Kinder. Sie haben ein ganz eigenes Bild vom Privatdetektiv. Für sie sind Ermittler ein wenig wie Sherlock Holmes, arbeiten wie bei Lenßen & Partner und dürfen auch mal die Pistole zücken. Dass sich in der Realität nur wenig Schnittpunkte mit dieser Vorstellung ergeben, muss für die Jungen und Mädchen nicht zwangsläufig enttäuschend sein – wenn man ihnen den Beruf des Detektivs spannend und im passenden Rahmen erklärt.
Wie das aussehen kann, bewies am Wochenende eine Detektei in Erbenheim. Dort hatten die Ortsvereine, der Ortsbeirat und das Kulturamt der Landeshauptstadt Wiesbaden das Höfefest organisiert. 22 Höfe waren mit von der Partie und präsentierten Erbenheimer Besonderheiten. Neben Konzerten, Lesungen und historischem Handwerk bekamen die Besucher auch einen Einblick in die Detektivarbeit. Auf dem Schulhof gab es nicht nur lecker Limo für die jüngeren Besucher. Sie wurden zudem von professionellen Ermittlern in die Geheimnisse ihrer Arbeit eingeweiht. Verantwortlich zeichnete eine örtliche Detektei, die sich viel Zeit nahm und wirklich etwas hat einfallen lassen.
Detektivspiele in den Ferien sind quer durch die Bundesrepublik schon fast gang und gäbe. Dabei handelt es sich aber meistens „nur“ um fiktive Fälle, die gemeinsam gelöst werden müssen. Detektive beteiligen sich eher selten an solchen Aktionen. Umso lobenswerter ist das Engagement, das jetzt in Erbenheim an den Tag gelegt wurde. Die Jungen und Mädchen nahmen Fingerabdrücke, bestaunten die Detektivausrüstung und gossen Fußspuren in Gips. Im Interview mit der lokalen Presse erklärte der Chef der Detektei, weshalb sie sich die Zeit für die die Kinder genommen haben: „Ich möchte durch die Arbeit mit Kindern vor allem mit den vielen falschen Detektivklischees aufräumen, die das Fernsehen schürt.“ Angesichts der vielen Stadtfeste, die noch kommen, sicherlich eine Anregung, die man aufgreifen sollte.
Veröffentlicht in Alltag | Kein Kommentar »