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Der Fotoapparat spielt bei der Arbeit von Detektiven immer noch eine gewichtige Rolle. überholt wurde er allerdings von der Videokamera. Sie lässt sich wesentlich effektiver einsetzen und funktioniert auch unabhängig davon, ob ein Ermittler vor Ort ist oder nicht. Die Videoüberwachung eignet sich für viele Einsatzzwecke, insbesondere wenn es darum geht, Langfingern das Leben schwer zu machen.

Zum Einsatz kommen die Minikameras, die wegen ihrer Größe in vielen Verstecken Platz finden, vom Rauchmelder über die Uhr bis hin zu Bildern, in sehr vielen Fällen. Sie funktionieren mit und ohne Kabel. Damit eine erfolgreiche Ermittlung per Kameraüberwachung nicht daran scheitert, dass das Band voll ist und sich das Aufzeichnungsgerät abschaltet, wird auch hier nach modernsten Standards gearbeitet. Mehrere Wochen lässt sich mit den Geräten aufzeichnen und kann ausgewertet werden. Die Videoüberwachung wird hauptsächlich im gewerblichen Bereich genutzt, immer häufiger allerdings auch bei privaten Haushalten, wenn plötzlich Dinge aus dem Garten fehlen oder aus der Garage abhanden kommen.

Man kann auch selbst vorsorgen. Wenn es darum geht, sich vor Dieben zu schützen, ist eine Kamera an der Klingel Gold wert. Viele Einbrecher testen das Haus erst und schellen, um sicher zu gehen, niemanden anzutreffen. Der Druck auf die Klingel aktiviert den Auslöser und es wird ein Bild gemacht, wenn die Videosprechanlage über einen Bildspeicher verfügt. Das sollte abschrecken. Wenn nicht, gibt es immerhin ein Foto, falls vorher geklingelt wurde.

Ein beherzter Griff in die Kasse, eine Tasche voller Bürobedarf oder anderer Artikel – neben Ladendieben haben es Geschäftsinhaber immer öfter auch mit diebischen Mitarbeitern zu tun. Gerade bei kleineren Unternehmen, ob Kiosk oder Fleischerei, droht immer öfter die Insolvenz. Viele Chefs merken es nicht einmal oder wollen es vielleicht auch nicht wahrhaben, dass ein langjähriger Angestellter für die Misere verantwortlich ist. Hilfe versprechen Detektive, die sehr schnell den Schuldigen ermitteln.

Als Beispiel sei nur ein Zahnlabor genannt, in dem immer wieder Gold verschwand. Da jedes Gramm beim Finanzamt gemeldet werden muss und Defizite ans eigene Portmonee gehen, ein besonders ärgerlicher Fall. Eine Idee, wer sich an dem Edelmetall zu schaffen macht, hatte der Inhaber des Labors bereits. Er beauftragte eine Detektei, die seinen Verdacht bestätigen sollte. Die Ermittler richteten eine Minikamera im Labor ein und warteten am Bildschirm darauf, dass der übeltäter wieder zuschlägt.

Lange dauerte es nicht und die Detektive konnten beobachten, wie ein Mann an eine Schublade geht, sich bedient und wieder verschwindet. Es war allerdings nicht der Verdächtige, sondern ein anderer der insgesamt zehn Mitarbeiter. Zugetraut hätte der Chef es dem 45jährigen nicht. Der Schaden, der durch die Diebstähle entstand, belief sich auf immerhin fast 16.000 Euro.

Als auf der Fernbedienung nur die Ziffern eins bis drei abgenutzt wurden, weil es nicht mehr Sender gab, stand der Freitagabend ganz im Zeichen von Krimis im ZDF. Der 11. September 1981 war dabei ein besonderer Tag. Statt eines Kommissars und seiner Mitarbeiter traten in “Ein Fall für Zwei” ein Rechtsanwalt und ein Detektiv an, um die Bösen zu jagen und den Guten zu helfen. Das Alternativkonzept zu Klassikern wie der “Der Alte” kam an und läuft noch heute mit großem Erfolg.

Claus Theo Gärtner mimt den Privatdetektiv Josef Matula, der seine Aufträge von einem Rechtsanwalt entgegennimmt. Dr. Dieter Renz, Dr. Rainer Franck, Dr. Johanns Voss und jetzt Dr. Markus Lessing waren seine Chefs, für die sich der knallharte Ermittler auch schon mal ein blaues Auge einfing. Matula präsentiert den Detektiv alter Schule, der sein Handwerk bei der Polizei gelernt hat. Er putzt Klinken, um Antworten zu bekommen, und legt sich mit dem Telezoom auf die Lauer, um im entscheidenden Moment auf den Auslöser drücken zu können.

245 Mal flimmerte “Ein Fall für Zwei” inzwischen über die Mattscheibe. Damit hat sich auch der Wunsch der geistigen Väter der Serie erfüllt. Sie wollten eigentlich einen jungen Anwalt und einen knorrigen Detektiv. War es anfangs genau andersherum, geht das Konzept jetzt auf, denn Privatdetektiv Josef Matula ist inzwischen in die Jahre gekommen – trotzdem noch mit gleichem Elan bei der Sache – und sein Chef nun erheblich jünger.

Sich richtig in einen Fall fest beißen zu können, ist für einen Detektiv sicherlich eine gute Eigenschaft. Man könnte es auch Engagement nennen. Wenn es allerdings ausartet und man wie eine Englische Bulldogge nicht loslassen will, nur weil die Ergebnisse nicht dem Wunschdenken entsprechend, wird daraus schnell ein Wahn. So wie beim Privatdetektiv Paul Barresi, der sich seit 2001 an die Fersen von Tom Cruise geheftet hat und jetzt klein beigeben musste.

Barresi hatte sich in den Kopf gesetzt, Beweise dafür zu finden, dass der Schauspieler homosexuell ist. Gerüchte zu möglichen Neigungen des Stars kochten in der Yellowpress immer wieder hoch. Nur konnten sie nie belegt werden. Tom Cruise selbst kümmerte es wenig, was über ihn und seine Ehen geschrieben und gemunkelt wurde. Für den Detektiv Paul Barresi wurde es zur fixen Idee. Vielleicht lockten ihn ja auch nur die hohen Summen, die US-Klatschblätter für entsprechende Fotos oder Zeugenaussagen zu zahlen bereit wären.

Selbst nachdem Tom Cruise Vater wurde ließ der Privatermittler nicht locker. Auf Schritt und Tritt beobachtete er den Schauspieler, stellte Fragen und musste feststellen: Er stand all die Jahre mit leeren Händen da. Keiner der Zeugen, die er auftat, sagte die Wahrheit. Für den Detektiv blieb nach sechs Jahren harter Arbeit nur die Erkenntnis, dass Tom Cruise heterosexuell sein muss. Das nennt man vergebene Liebesmüh ;-)

Vieles im Fall der verschwundenen Madeleine McCann ist nicht ganz koscher. Dass nun ausgerechnet die spanische Detektei Metodo 3 einen Sechs-Monats-Vertrag erhalten hat, macht es nicht viel besser. Das Unternehmen gilt in Polizeikreisen als “schmierig” und “zwielichtig”. Aufgefallen ist es unter anderem 1995. Damals ließ die Firma Telefongespräche mitschneiden. Vorgeworfen wurden den Detektiven Industrie- und politische Spionage. Das Verfahren wurde aus Mangel an Beweisen ad acta gelegt.

Sich selbst sieht Metodo 3 als unschuldiges Opfer einer Intrige. Geschafft hat es die Detektei bislang allerdings nicht, einen einigermaßen guten Ruf zu erlangen. Dagegen spricht auch das Vorgehen bei der Suche nach Madeleine McCann. Nach eigenen Angaben sind 40 Ermittler mit dem Fall beschäftigt. Dabei hat das Unternehmen – ebenfalls nach eigenen Angaben – nur 27 Mitarbeiter. Und finanziell gesehen, dürften in den Geschäftsbüchern von Metodo 3 auch eher rote Zahlen zu finden sein.

Da kommt ein medienwirksamer Fall gerade recht. Der Chef der Detektei, Francisco Marco, weiß jedenfalls, wie man auf sich aufmerksam macht. Er verspricht, seine Mitarbeiter werden Maddie “mit Sicherheit” lebend finden. Mit dieser Aussage öffnet er allen Spekulationen Tür und Tor, ob die Eltern vielleicht doch etwas wissen. Seriöse Detektive würden sich nie so weit aus dem Fenster lehnen. Das verbietet alleine schon die Berufsehre.

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